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Sicherlich werden Sie sich fragen, wie der Name entstanden ist:

Gute 40 Jahre nach Erhebung zur eigenen Pfarrei hat es gedauert, dass aus der „Gögginger Kirche“ die „Dreifaltigkeitskirche“ wurde.

Im Jahre 1975 wurde dann die „Kindertagesstätte an der Friedrich-Ebert-Straße“ eröffnet als erste Kindertagesstätte der Gemeinde. Es sollten noch zwei weitere Kirchen und zwei Kindertagesstätten auf dem Gemeindegebiet in Inningen und Leitershofen folgen. Hier entschied man sich von Beginn an für klangvolle Namen wie Johanneskirche und Immanuelhaus bzw. Johannes-Kindergarten und Immanuel-Kindergarten.

Lediglich die „Kindertagesstätte an der Friedrich-Ebert-Straße“ behielt ihren „nüchternen“ Namen, der eher an eine städtische Einrichtung erinnert.

Mittlerweile sind wir nach ca. 40 Jahren in ein neues Gebäude gezogen. Zwar hat sich der Ort nicht verändert, doch kam mit dem Neubau schnell von mehreren Seiten der Wunsch auf, der Kindertagesstätte auch einen neuen Namen zu geben.

So wurde dann kurz nach dem Umzug im Jahr 2014 das Thema in Angriff genommen.

Am 18. Februar 2015 setzte man sich zusammen und beschloss zunächst mit allen Parteien die gemeinsame Vorgehensweise.

Die Namensfindung sollte möglichst breit angelegt werden, um viele Vorschläge zu bekommen und alle Beteiligten mit einzubeziehen. Hr. Pfarrer Kirchberger schrieb einen Brief an alle Eltern, den Kirchenvorstand und Mitarbeitenden in der Einrichtung. Für die Kinder wurde ein Gedicht formuliert, das in den Gruppen vorgelesen und erläutert wurde und es wurden Interviews mit den Kindern durchgeführt. Alle sollten sich intensiv beteiligen.

Am 4. Mai 2015 wurde das Sammeln abgeschlossen. Es waren ca. 100 Vorschläge eingegangen.

Diese sogenannte „long list“ wurde am 08.Mai in einem professionell begleiteten Workshop mit Eltern, Kirchenvorstand und Mitarbeitenden sortiert, begutachtet und bewertet und daraus eine sogenannte „short list“ gebildet, mit den Vorschlägen, die in die engere Auswahl kommen sollten. So kamen von den insgesamt 102 Vorschlägen 5 auf die „short list“. Das Gremium wurde nochmals verkleinert und tagte als 7-köpfige „Jury“ weiter. Nach insgesamt ca. 3 Stunden stand er dann fest und zwar einstimmig.

Und er hat alle Eigenschaften, die er zu Beginn der Namensuche haben sollte.

  • einen religiösen Hintergrund
  • Originalität
  • Glaubwürdig
  • Prägnant und erkennbar
  • Im täglichen Alltag verwendbar


Nur deutsch ist er nicht, sondern hebräisch.

Martina Marzinek
Mai 2015

Habakuk

Wie klingt das für Sie, Habakuk?

Ist dieses Wort nicht wunderbar lautmalerisch? Für mich klingt das heiter und hüpfend. So, wie Kindergarten eben sein kann. Heiter und hüpfend. Ebenso seltsam und ungewohnt. So wie Kindergarten auch sein kann. Aber doch irgendwie vertraut, wie etwas, das wir schon lange zu kennen meinen. So, wie Kindergarten für Kinder sein kann. Originell. Wie Kinder sein können.

Der Name macht neugierig.

Habakuk. Ein Buch im alten Testament, benannt nach seinem Verfasser: Habakuk. Das Buch Habakuk ist — weil es so kurz ist — einer der »kleinen Propheten«. Was könnte für ein Haus mit vielen kleinen Menschen als Name passender sein, als der eines »kleinen Propheten«?

Habakuk ist ein hebräischer Name und bedeutet: »der Umarmer, Gott umarmt«. Finden Sie das nicht auch eine schöne Vorstellung, dass Gott unsere Kinder hier in diesem Haus umarmt? Habakuk, ein Ort, an dem Gott uns umarmt.

Diese Umarmung wird im Buch Habakuk auch dadurch deutlich, dass er — statt wie andere Propheten zu belehren — vielmehr im Dialog, im Zwiegespräch mit Gott steht. So wie auch Kinder mit Gott sprechen würden, und fragen: »Warum schaut Gott zu, wenn jemand sich böse und ungerecht verhält?« Er fragt, dieser Habakuk , er will es genau wissen.

Im Buch des Propheten Habakuk findet dieses Zwiegespräch seinen froh stimmenden Abschluss in einem Psalm: »[…] ich will mich freuen des Herrn und fröhlich sein in Gott, meinem Heil.«

Lassen Sie uns das als Auftrag und Wunsch für unsere Kinder und für alle annehmen, die von jetzt an unser neues Kindergartengebäude besuchen werden. So wie Habakuk sagt: Wir wollen uns freuen des Herrn und fröhlich sein in Gott, unserem Heil.

Julia Stöhr-Schlosser
Mai 2015